2012

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Projektfahrt nach Weimar (08.10. - 13.10.2012)

Regelmäßig begeben sich Mädchen und Jungen der Demminer Pestalozzi-Schule auf Spurensuche - auf Spuren deutscher Geschichte. Zweimal im Jahr bietet die Schule den jungen Leuten der achten und neunten Klasse die Möglichkeit, gemeinsam mit polnischen Schülern eine Projektwoche zu verbringen, an Orten, die die deutsche Geschichte in den Zeiten des Nationalsozialismus maßgeblich beeinflussten. Jutta Voß begleitet und organisiert den Austausch, den es seit dem Jahr 2000 an der Schule gibt. „Um die Gegenwart verstehen zu können, muss man sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen, sie kennenlernen, begreifen und gegebenenfalls auch verurteilen“, sagt die Lehrerin. Um den jungen Menschen eine Möglichkeit zu geben, anschaulich zu begreifen, fährt sie mit ihnen an die Orte, die noch heute Zeugen der Gräueltaten der Nazis sind. So ist eine Gruppe gerade aus Weimar zurückgekehrt. Hier besuchten sie unter anderem die KZ-Gedenkstätte Buchenwald und die Kriegsgräberstätte in Weimar. „Die Schüler konnten sich so intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen und für viele ist es das erste Mal gewesen, dass sie überhaupt mit dieser Zeit in Berührung kamen“, weiß Jutta Voß. Immer wieder macht sie bei diesen Projekten die Erfahrung, dass die Mädchen und Jungen sich sehr für diese Zeit interessieren und neugierig sind. Gerade das Kennenlernen von Einzelschicksalen veranschauliche das Geschehene und klinge lange in den Schülern nach. Diese Projektwochen gingen damit weit über das Maß hinaus, was den Jugendlichen im Geschichtsunterricht über die deutsch-polnischen Beziehungen beigebracht werden könne, meint die Pädagogin. Über diese intensive Zeit der Auseinandersetzung bekämen die jungen Menschen dann den historischen Hintergrund, den sie brauchen, um sich mit nationalsozialistischem Gedankengut der heutigen Zeit auseinanderzusetzen.
(Bericht: Nordkurier/Demminer Zeitung, G. Herzberg, vom 18.10.2012)


Auf den Spuren der Geschichte für eine friedliche Zukunft Europas

Unsere Schüler lernten in dieser Woche verschiedene Schauplätze der deutschen Geschichte kennen. So waren sie im Konzentrationslager Buchenwald, wo vor 75 Jahren die ersten Häftlinge eintrafen. Das KZ befindet sich auf dem Ettersberg unweit von Weimar. Etwa 56 000 Menschen kamen hier ums Leben. Die Schüler besichtigten unter anderem das Gelände des KZ, das Krematorium und den Appellplatz.
Außerdem besuchten sie das unterirdische Flugzeugwerk REIHMAG bei Kahla. Hier arbeiteten 15 000 Zwangsarbeiter. Teile des alten Werkes sowie der Bunker 1 sind noch erhalten. Nach der Führung konnten sich unsere und die polnischen Schüler am Modell das Ausmaß des Werkes vorstellen. Historisches Filmmaterial und das Gespräch mit einer ehemaligen polnischen Zwangsarbeiterin, die 1944 als Dolmetscherin im Werk gearbeitet hatte, ließen das Gehörte begreifbarer werden.
Ein wichtiger Partner dieser Projekte ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Mit der Erhaltung der Friedhöfe bewahrt der Volksbund das Gedenken an die Kriegstoten. Unter dem Leitwort "Versöhnung über den Gräbern" pflegen Jugendliche Kriegsgräberstätten. Die Schüler taten es ihnen gleich und reinigten Grabmale des Zweiten Weltkrieges auf dem Friedhof in Weimar.

- In Weimar unterwegs.


- Konzentrationslager Buchenwald



 

- Pflege der Kriegsgräberstätte in Weimar

 


- Zitadelle Petersberg in Erfurt


 




- ehemaliges Flugzeugwerk in Kahla


- Gespräch mit einer ehemaligen Zwangsarbeiterin


                                  Fotos: Cassandra Dahhan (Klasse 8a)

Schüler der Demminer Pestalozzi-Schule haben gestern die Ergebnisse eines Projektes vorgestellt, in dem sie sich unter anderem mit der Arbeit des Volksbundes beschäftigten.
(Bericht aus dem Nordkurier/Demminer Zeitung vom 16.11.2012 von Jana Otto/ Foto: Jana Otto)

„Es ist erschütternd, dort zu stehen, wo Menschen verbrannt wurden“, sagt Maximilian Zander. Noch immer bewegen den Schüler die Erlebnisse, die er in Weimar hatte. Dorthin waren Maximilian und andere junge Leute seiner und der polnischen Partnerschule gefahren, um sich einerseits über die NS-Zeit zu informieren, andererseits packten die Jugendlichen kräftig mit an und reinigten Kriegsgräber. Und so war es kein Zufall, dass sie ihre selbst gestalteten Schautafeln zum Projekt gestern dem Demminer Kreisvorstand Deutsche Kriegsgräberfürsorge präsentierten.
Maximilian und seine Mitschüler lernen an der Demminer Pestalozzischule, an der es seit dem Jahr 2000 einen Schüleraustausch zwischen der Pestalozzi- und einer Szczeciner Schule gibt. Zweimal im Jahr treffen sich Jugendliche beider Schulen, um mal in Deutschland, mal in Polen gemeinsam Geschichte zu erleben. Englisch-Lehrerin Jutta Voß ist von Anfang an dabei und organisiert diese Projekte. „Ziel ist es, dass sich die Schüler mit der NS-Zeit auseinandersetzen. Aus Erfahrung wissen wir, dass ihnen das an historischen Orten leichter fällt“, erläuterte sie gestern. Dieses aktive Gestalten deutsch-polnischer Beziehungen ist ein fester Bestandteil des Schulgeschehens an der Demminer Pestalozzischule – nicht umsonst hat hier auch der Verein der Jungen Europäer seinen Sitz.


Integrationsfest in Szczecin am 20.09.2012 (Weltkindertag)

Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde der Weltkindertag als Integrationsfest von den „Jungen Europäern“ aus Demmin in Polen gefeiert. „Mehrere hundert Kinder, Jugendliche und Erwachsene erlebten einen tollen Tag im Zentralkinderheim in Szczecin“, sagte Siegfried Logall, Projektmanager der „Jungen Europäer“. An diesem Fest nahmen auch Jugendliche aus Demmin und der Partnerstadt Bobolice teil. So gab es ein internationales Fußballturnier, bei dem die Mannschaft „Sternik“ vom Kinderheim den Pokal des Demminer Bürgermeisters Ernst Wellmer gewann. Auf dem zweiten Platz landete die Mannschaft der Demminer Pestalozzischule. Sie holte sich den Pokal der „Jungen Europäer“. Teilnehmer waren zudem eine Mannschaft des Gymnasiums „Junge Europäer“ aus Szczecin und vom Gymnasium Bobolice. Auch sie durften sich über einen Pokal freuen. Die Kleinsten vergnügten sich auf einer Riesenrutsche oder auf der Springburg. Zudem war eine Malstraße aufgebaut. Für die Bobolicer Schüler gab es hingegen in Demmin eine besondere Überraschung. Ingrid Logall nutzte während der Abschiedsveranstaltung für Bürgermeister Ernst Wellmer die Gelegenheit, den Bobolicern eine EU-Erstausstattung, bestehend aus T-Shirts und Basecaps, für eine Jugendgruppe mitzugeben. Bis zur Europawoche im nächsten Jahr in Bobolice werden alle Teilnehmer eine EU-Ausstattung erhalten, versprach Projektmanager Siegfried Logall. (Bericht: Nordkurier/Demminer Zeitung, G. Herzberg, vom 22.09.2010)


Schüler der Pestalozzischule Demmin erhielten beim Integrationsfest in Szczecin von Ingrid Logall Medaillen nach einem Fußballturnier. (FOTO: Siegfried Logall)

 

Europawoche 07.05. - 11.05.2012

Gemeinsam waren Jugendliche aus den polnischen Städten Szczecin und Bobolice, sowie Kursenai in Litauen in Demmin zu Gast. Jeden Tag gab es für die Gäste ein Programm. Am Montag (7.5.) wurde im Rathaus eine Galerie eröffnet. Am Mittwoch (9.5.) fand ein Jugendforum in unserer Schule statt. Dort nutzten die Jugendlichen die Möglichkeit, Fragen zu Europa Gästen wie Hendrik Escher von der Schweriner Staatskanzlei zu stellen. „Die Schüler waren stolz, bei so einem Forum dabei sein zu dürfen und haben ihre Fragen sogar auf Deutsch formuliert“, freut sich die Bobolicer Lehrerin Ramute Zoriene. Und es sind wieder viele Freundschaften entstanden. „Wir werden zurück nach Litauen über Bobolice fahren“, sagt Ramute Zoriene. Das Gymnasium „Junge Europäer“ in Szczecin plant schon neue Projekte mit der Demminer Pestalozzischule. „Wir kennen uns schon seit zwölf Jahren und haben uns über Europa erkundigt, obwohl Polen da noch nicht in der EU war“, sagt Lehrerin Jolanta Wilkocka. Mit der Pestalozzischule gab es mehr als 50 Projekte zur Geschichte, Kunst und Musik. Dazu wurden deutsche und polnische Plätze besucht. „Es haben über 1000 Schüler in den vergangenen Jahren an diesen Projekten mitgearbeitet“, sagt sie. Für ihre Schüler war diesmal die Begegnung mit der litauischen Delegation sehr interessant. „Wir werden immer internationaler, das ist gut so für Europa“, so Jolanta Wilkocka. (Nordkurier/Demminer Zeitung vom 12.5.2012, G. Herzberg)

Junge Leute aus Deutschland, Litauen und Polen kommen ins Gespräch und wollen eine Resolution für das Europäische Parlament in Brüssel verfassen. Die Jungen Europäer sind eine Woche lang Gastgeber.
(Bericht aus dem Nordkurier/Demminer Zeitung vom 10.5.2012, G. Herzberg)
Demmin.„Ich möchte gern auf eine internationale Schule, interessiere mich für das gemeinsame Lernen und Studieren. Ist so etwas in Europa schon möglich“, fragt Gabriele Butautaité, Schülerin der litauischen Hauptschule aus Kursenai. Sie besuchte gestern zusammen mit ihrer Delegation und polnischen Schüler aus Bobolice und Szczecin das Jugendforum der Jungen Europäer an der Demminer Pestalozzischule. Henrik Escher von der Staatskanzlei in Schwerin hatte darauf eine Antwort: Es gibt in Löcknitz ein deutsch-polnisches Gymnasium und auch Brüssel hat drei Europaschulen. Aber die Idee ist toll, irgendwann wird es sicherlich mehr solcher Schulen geben. Die Schülerin aus Litauen sprach weiter über Visionen des gemeinsamen Lernens und Escher nannte weitere Projekte wie eine Schule mit Internat in Torgelow am See oder Studienprojekte in Frankfurt (Oder). „Selbst am Demminer Gymnasium gibt es Schüler aus dem Ausland, die so eine Möglichkeit an einer anderen Schule in Europa zu lernen, nutzen“, sagt Dörte Bretsch, Leiterin der Pestalozzischule. Weitere Fragen der jungen Leute waren „Hat Europa die Krise überwunden?“, „Welche Wirtschaftszweige sollten entwickelt werden?“, „Warum der Euro und nicht mehr die D-Mark?“. Zu den Gesprächspartnern der jungen Leute gehörte auch der Chefredakteur des Nordkurier, Michael Seidel. Er lobte die Arbeit der Jungen Europäer und freute sich darüber, dass junge Leute aus verschiedenen Länder in der Europawoche miteinander ins Gespräch kommen. „Die offenen Grenzen in Europa ermöglichen ein leichtes Reisen, die Zollübergänge sind geöffnet“, sagte er. Auf die Frage, ob es Kontrollen dennoch gebe, meinte Michael Seidel, dass man Vertrauen zueinander habe und bei kriminellen Delikten inzwischen innerhalb von Europa zusammenarbeite. Auf das Miteinander komme es an, sagte auch Bürgermeister Ernst Wellmer und verwies auf die jahrelangen partnerschaftlichen Beziehungen zu Bobolice. Siegfried Logall, Projektmanager der Jungen Europäer, sagte, dass die jungen Leute aus Litauen und Polen sich an ihre Europarlamentarier wenden sollten, um Projekte über die Grenzen hinaus zu unterstützen.

   
 Litauische und polnische Gäste begrüßten die Demminer beim Jugendforum am Europatag. (FOTO: Gudrun Herzberg)


- Litauische Schülerinnen zeigen folkloristische Tänze.

- gemeinsamer Tanz auf dem Schulhof


- Treffen der Gäste mit den Lehrern der Schule


- Gespräch der Gäste mit dem Bürgermeister E. Wellmer



- Auch hier wurde gemeinsam getanzt.


Nordkurier vom 30.03.2012  (Bericht von K. Gehrke)

Hilfe für Unglücksfamilie

Über 5000 Euro wurden schon für eine litauische Familie gespendet, die ihr Haus nach einem Feuer verloren hatte. Auch die Pestalozzischüler haben gesammelt.

Für Toni Rakowski war es keine Frage. Die Familie im litauischen Kursenai braucht Hilfe. Als der 14-jährige Pestalozzischüler von dem Schicksal des Ehepaares und seinen drei Töchtern hörte, organisierten er und die anderen im Europakurs eine Spendenaktion. 268 Euro sind zusammengekommen. Er und Ronny Umlauf (15) überreichten das Geld gestern an den Projektmanager der Jungen Europäer, Siegfried Logall. Die Familie, die durch einen Brand ihr Haus verloren hatte (Nordkurier berichtete), habe ihm leid getan, erzählte Toni. „Und dann hat die Mutter noch Krebs bekommen.“
Für das Haus gebe es keine Versicherung, im Moment leben die fünf in einer maroden Unterkunft, ohne fließend Wasser, Küche und zu zweit auf einer Liege. Toni kennt zwar die Familie nicht, aber er war vergangenes Jahr über die Schule mit nach Litauen. Da nahm er auch am Unterricht der dortigen Europaschule teil, in der die Mädchen der Unglücksfamilie lernen. „Das Schicksal hat mich berührt“, sagte er. Vor etwa vier Wochen starteten sie mit der Spendenaktion, als sie vom Bürgermeister Kursenais den Brief mit dem Hilferuf lasen. „Dann haben wir einfach losgelegt“, erklärte Toni.
In den Klassen legten sie Listen aus, Bilder von der Familie wurden ausgehängt. Die Schüler des Produktiven Lernens haben ein Produkt für die Aktion entwickelt und hergestellt. Jeder, der einen Euro spendete, erhielt ein Lesezeichen. Das Geld der Pestalozzischüler geht nun auf das Spendenkonto der Jungen Europäer. Wie Logall sagte, seien bisher 5500 Euro schon eingegangen, sogar aus Sachsen und Berlin.
Im April werden Vereinsmitglieder nach Litauen fahren und die Familie besuchen. Dann soll gemeinsam im Baumarkt eingekauft werden, um das zerstörte Haus wieder aufzubauen. Zwei der drei Töchter werden im Mai zur Europawoche in die Pestalozzischule nach Demmin kommen als Teil einer litauischen Delegation und wollen sich persönlich bedanken.
Acht Leute sind sie im Europakurs, den Lehrer Peter Evert leitet. „Mir macht der Kurs Spaß“, meinte Ronny Umlauf. Er helfe gern Menschen. Unterdessen laufen die Vorbereitungen für die Europawoche. Höhepunkt wird ein Jugendforum sein mit prominenten Gesprächspartnern sein.

Ronny Umlauf (links) und Toni Rakowski (rechts) überreichen Siegfried Logall von den Jungen Europäern das gesammelte Geld der Pestalozzi-Schüler. Damit wollen sie der litauischen Familie helfen.

 

FOTO: K. Gehrke